Greifvogelauffangstation der Greifvogelhilfe

Liebe Besucher,

Kleiner Sperlingskauz in Notverletzten Greifvogel oder Eule gefunden - und nun? Einen Greifvogel oder eine Eule angefahren - und jetzt? Als Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe e.V. nehmen wir verletzte Greifvögel und Eulen im Landkreis Fulda und Schwalm-Eder-Kreis (grobe Gebietskarte Nord- u. Osthessen) auf, um diese gesund zu pflegen und anschließend wieder in die Freiheit zu entlassen. Mit unserer Internetseite der Greifvogelhilfe und Greifvogelauffangstation möchten wir Ihnen Einblicke in unsere Arbeit mit den Greifvögeln, die wir gemeinsam mit der Falknerei Schanze vom Falkner Michael Schanze durchführen, ermöglichen.

Wir geben Ihnen hier, weiter unten Tipps zum richtigen Einfangen und Transportieren eines verletzten Greifvogels und vieles mehr. Schnelle und vor allem sachkundige und professionelle Hilfe ist für einen Greifvogel oder eine Eule in den ersten Stunden extrem wichtig. Wie dabei jeder einzelne von Ihnen helfen kann, ob durch eine Mitgliedschaft in unserem Verein, oder durch eine Spende, wir zeigen es Ihnen hier auf.

Der Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe e.V. ist für den Landkreis Fulda und den Schwalm-Eder-Kreis zuständig. Wenn es nicht zu weit entfernt ist, kümmern wir uns aber auch um Vögel aus den angrenzenden Kreisen.

2017 wurden 85 Greifvögel in der Station gepflegt. Davon konnten 80 wieder gesund und munter in die Natur zurück entlassen werden.

Sämtliche Leistungen beruhen dabei auf viel ehrenamtliches Engagement und vieles wird aus der eigenen Tasche bezahlt. Daher würde sich der Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe e.V. über eine Spende von Ihnen sehr freuen.

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Verzeichnis von Greifvogelauffang- oder Greifvogelhilfestationen

Verein für Umweltbildung & Greifvogelhilfe e.V. - Landkreis Fulda & Schwalm-Eder-Kreis - Kontakt bitte hier klicken

Bergische Greifvogelhilfe - Zur Bergischen Greifvogelhilfe  (herzlichen Dank für einige Texte)

Greifvogelhilfe Rheinland - Zur Greifvogelhilfe Rheinland

Greifvogelhilfe Gießen -  Zur Greifvogelhilfe Gießen

 

 

Richtig helfen

Wann braucht ein Vogel eigentlich Hilfe?

Verletzte wildlebende Greifvögel oder Eulen, mobilisieren ihre letzten Kräfte, wenn ein Mensch auf Sie zu kommt. Grundsätzlich gilt, dass jeder Vogel, der flugunfähig ist, auch dringend Hilfe benötigt. Ausnahmen stellen nur fast flügge Jungvögel dar, die nicht unbedingt hilfsbedürftig sind. Da das Erkennen der Hilfebedürftigkeit schwer ist, sollte das Tier dennoch tierärztlich beurteilt werden. Im positiven Fall können wir den Jungvogel zum Fundort zurück bringen.

Damit Sie einen Vogel sicher einfangen und transportieren können, geben wir Ihnen hier wertvolle Tipps. Auf keinen Fall sollten Sie dann selber versuchen dem Vogel zu helfen. Wir sind als Falkner ausgebildete Spezialisten und wissen durch die vielen erfolgreich wieder ausgewilderten Patienten genau, was wir tun müssen.

Wichtig ist, dass der Fundort möglichst genau gemerkt oder dokumentiert wird!

Nutzen Sie dafür z.B. die Funktion Ihres Smartphones um die Position auf Karte oder die GPS-Koordinaten zu speichern. Jedes Smartphone hat einen Kompass. Wenn Sie diesen aufrufen, sehen Sie unten die Koordinate von Ihrem Standort. Machen Sie einen Screenshot oder notieren Sie die Koordinate für die Rückführung des Vogels in die Natur.

 

Einfangen eine Vogels

Verletzter Rotmilan im HandtuchSie fangen einen vermutlich verletzten Greifvogel oder eine Eule am besten mit Hilfe einer Decke, einer Jacke oder einem Netz/Kescher ein. Bewegen Sie sich dabei möglichst ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Nähern Sie sich dem Tier, wenn möglich so, dass es Sie nicht mit den Augen fixieren kann, am besten von hinten. Legen/werfen Sie dann eine ausgebreitete Decke/Jacke über das Tier und umgreifen Sie es mit beiden Händen von oben. Wenn den Tieren die Sicht genommen ist, verhalten sie (die Tiere) sich meistens ruhig. Sichern Sie trotzdem die Füße/Fänge, indem Sie diese mit der Decke umfassen und halten das Tier mit seinen Füßen von Ihrem Körper weg. Auch bei verletzten Greifvögel/Eulen kann es vorkommen, dass sie versuchen, sich zu wehren.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Vogel sich auf den Rücken legt. Das Tier hat Sie wahrgenommen und Sie als potentielle Gefahr eingestuft. Als Erstmaßnahme sind dann die Augen mit einer Decke/Jacke zu verdecken, damit es nichts mehr sieht. Er würde ansonsten versuchen, mit seinen Füßen (sehr scharfe Krallen) nach Ihren Händen zu greifen. Beim Festhalten keinen Druck auf Brust oder Bauch ausüben, damit keine Atemprobleme entstehen!

Wenn möglich, tragen Sie bei der Sicherung eines Greifvogels feste Handschuhe.

 

Transport eines Vogels

Am einfachsten und sichersten transportieren Sie die Tiere in einem Pappkarton. Diesen gut abdecken oder verschließen, damit der Patient auf dem Transport nicht entweichen oder sich befreien kann. Den Karton so groß wie nötig und so klein wie möglich wählen! Das bedeutet, der Karton sollte länger als die Körperlänge des Tieres sein (um Gefiederschäden zu vermeiden), aber so schmal, dass die Schwingen (Flügel) möglichst nicht geöffnet werden können.

Der Karton dient Mensch und Tier in jeder Hinsicht. Zum einen kann das Gefieder in einem Karton nicht zu Schaden kommen, die Dunkelheit in einem verschlossenen Karton wirkt beruhigend auf das Tier. Alle störenden Einflüsse sind ausgeschaltet. Ein ruhiges Tier lässt sich stressarm transportieren und der Mensch kann sich auf den Transport selbst konzentrieren.

Verwenden Sie unter keinen Umständen einen Käfig mit Gitterstäben! Fängt das Tier in diesem an zu toben, kann es zu massiven Gefiederschäden oder sogar anderen Verletzungen kommen. Unter Umständen bedeutet das einen langen Aufenthalt in Menschenhand, was für kein Wildtier wünschenswert ist.

 

Was Sie auf keinen Fall tun sollten!

  • Bitte versuchen Sie NICHT, aufgefundene Greifvögel und Eulen zu füttern. Dies kann unter Umständen dem Patienten mehr schaden als nutzen. Bevor das Tier mit Futter oder Wasser versorgt wird, muss eine fundierte Diagnose gestellt werden. Nach dieser Diagnose wird das Tier so schnell wie möglich optimal versorgt und bei Bedarf mit artgerechtem Futtermittel versehen.
  • Füttern Sie NIEMALS Katzenfutter, Hundefutter, Gulasch, Schweinefleisch oder Wurstwaren. Diese Futtermittel sind für Greifvögel und Eulen absolut ungeeignet. Vögel, die völlig entkräftet und abgemagert aufgefunden werden, sind in der Regel stark dehydriert und benötigen als erstes Infusionen, um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Diese Infusionen können körperwarm (ca. 40° C) subkutan oder auch intravenös vom Tierarzt gegeben werden. Meistens müssen diese Infusionen über mehrere Tage verabreicht werden. Erst danach werden den Tieren oral (anfänglich über Sonde) leichtverdauliche Futtermittel zugeführt.
  • Versuchen Sie NICHT selber diesen Tieren oral Wasser – z.B. mittels einer Spritze- zu geben. Dieses kann leicht über den im hinteren Bereich der Zunge befindlichen Zugang in die Trachea, in die Atemwege gelangen.

 

Greifvogel gefangen - und nun?

Was machen Sie nun mit dem Patienten?

Versuchen Sie auf keinen Fall den Vogel selber zu füttern und zu pflegen - auch wenn es noch so wunderschöne Tiere sind!

Warum: - Greifvögel und Eulen sind "sehr speziell" und gut gemeinte Hilfe von Ihnen, kann leider fatale Folgen haben. Wir sind ausgebildete Spezialisten. Sicherlich machen wir auch nicht alles zu 100% richtig, aber unsere Erfahrungen und die beiden saatlichen Prüfungen die wir abgelegt haben, geben uns eben das richtige KnowHow an die Hand um dem verletzten Vogel sachkundige Hilfe zukommen zu lassen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf - wir helfen Ihnen!

 

Die Falknerei Schanze und der Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe e.V. arbeiten
in allen Fragen rund um in Not geratene Greifvögel eng zusammen.

Zur Internetseite der Falknerei Schanze geht es hier.